Presse
Auszug aus: Generationen im Dialog Heft 2/2007:
Arbeitskreis Jungen & Männer
in Pforzheim und Enzkreis
Der Arbeitskreis Jungen- und Männerarbeit, der 1997 gegründet wurde, setzt sich zusammen aus Männern, die in unterschiedlichen Arbeitsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen männlichen Geschlechts arbeiten.
Der Erfahrungsaustausch zwischen den Fachkollegen aus Kindertagesstätten, Jugendsozialarbeit, berufliche Bildung, Beratung und Therapie trägt dazu bei, die besonderen Bedürfnisse und Belange der männlichen Kinder und Jugendlichen in den Blick zu bekommen und Konzepte geschlechtsbezogener Arbeit zu entwickeln und umzusetzen. Dies ist absolut notwendig, zeigt sich doch immer mehr, dass ein größer werdender Teil des angeblich "starken Geschlechts" einer verstärkten Unterstützung und Förderung bedarf. Augenscheinlich wird dies, wenn man sich den überproportionalen Anteil von Jungs in Bezug auf schulische Leistungsdefizite, psychosomatische Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten anschaut.
Vorbei ist die Zeit wo man dachte die Jungs werden sich schon durchboxen oder man müsse sie sogar eher begrenzen damit Mädchen sich unbehindert entwickeln können. Jungs suchen männliche Vorbilder!
Für ihre Entwicklung vom Jungen zum Mann brauchen sie männliche Begleiter, die mit der Lust der Jungen am Kräftemessen, Raufen und mit deren Bewegungsdrang umgehen können. Sie brauchen Männer - am besten natürlich Väter - die nicht nur kraftvoll sondern auch einfühlsam und sensibel in Beziehung mit ihnen umgehen können. Einen Rahmen für solche Erfahrungen schuf der Arbeitskreis in dem er mehrere gut besuchte Erlebniswochenenden für Väter und Söhne organisierte. Die Mitglieder des Arbeitskreises bedauern sehr, dass diese Wochenenden aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht mehr durchgeführt werden konnten...
Männer, die in der Erziehung präsent sein wollen, finden sich schnell in einem Spannungsfeld von Familie und Beruf wieder. Aus der intensiven Beschäftigung damit und mit der Frage nach Vorbildern für Jungen und nach der Rolle, die der Vater dabei spielt - oder spielen sollte - entstand eine ganze Reihe von Seminaren und Vorträgen. Durch die tatkräftige Unterstützung von Netzwerk Looping gelang es, das Männerthema um den gesundheitlichen Aspekt zu erweitern und Fragen danach zu stellen wie der Mann mit sich selbst umgeht - mit seiner Zeit, mit seinem Körper, mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen. Insgesamt wurden zu diesem Thema drei Männergesundheitstage in Pforzheim organisiert.
Die geschlechtsspezifische Arbeit sollte nicht nur individueller Schwerpunkt einiger Fachleute sein, sondern Eingang finden in Kommunal- und Jugendhilfeplanung. Erst die institutionelle Verankerung jungen- pädagogischer Ansätze verbunden mit personellen und finanziellen Ressourcen stellt sicher, dass Jungenarbeit auf breiter Front in der Praxis realisiert wird. Ein solches Startsignal sollte von den Leitlinien für die geschlechtsspezifische Jungen- und Mädchenarbeit der Stadt Pforzheim ausgehen. Diese Leitlinien wurden unter Mitwirkung des Jungen- und Männerarbeitskreises und des Mädchenarbeitskreises (PRIMA) erstellt. Das war ein guter Anfang. Die Umsetzung der Leitziele lässt allerdings noch zu wünschen übrig.
Weitere Informationen unter:
Arbeitskreis Jungen & Männer
www.AKJM-Pforzheim.de
- Stefan Striehl
Telefon 0 72 31/308 585
Stefan.Striehl@enzkreis.de
Kronprinzenstr. 9
75177 Pforzheim
oder - Harald Wacker
Telefon 0 70 52/48 80
www.haraldwacker.de
Albert-Schweitzer-Str. 42
75378 Bad Liebenzell
